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I Think I Know What You Want To Say

(Übersetzung: "Ich Glaube, Ich Weiß, Was Du Sagen Willst") Installation mit Fotografie, Video, Zeichnungen & Objekten, 2014 @ Atelier und Künstler, Kommandantenhaus Dilsberg

Die in Videos und Bildern zu erlebenden Gesten wurden nach 13 von mir aufgestellten Kategorien gesammelt (die wiederum als Text-Zeichnungen selbst Teil der Installation bilden):

  • GESTEN, DIE DICH SCHON IMMER FASZINIERT HABEN,
  • GESTEN, DIE DU SCHON SEIT LANGEM WIEDERSEHEN WOLLTEST,
  • GESTEN, DIE DU SEIT JAHREN VERGEBLICH GESUCHT HAST,
  • GESTEN, DIE DU BRÄUCHTEST, UM SIE NEBEN ANDEREN GESTEN, DIE DU BEREITS HAST, ZU GEBRAUCHEN,
  • GESTEN, DIE ETWAS BEHANDELN, DAS DICH GERADE BESCHÄFTIGT,
  • GESTEN, DIE DU NACHAHMEN MÖCHTEST, UM SIE DIR ZUEIGEN ZU MACHEN,
  • GESTEN, NACH DENEN DU DICH SEHNST, WEIL SIE DIR NICHT GEHÖREN,
  • GESTEN, DIE EINE PLÖTZLICHE HEFTIGE UND NICHT GANZ ERKLÄRLICHE NEUGIER IN DIR WECKEN,
  • GESTEN, DIE DICH BEINAH PEINLICH BERÜHREN, ABER NICHT WIRKLICH,
  • GESTEN, DIE DU GERN IMITIEREN WÜRDEST, OBWOHL DU NICHT MÖCHTEST, DASS DICH JEMAND DABEI BEOBACHTET,
  • GESTEN, DIE JEDER INTERPRETATION SPOTTEN, OBWOHL SICH VIELE DARAN VERSUCHT HABEN,
  • GESTEN, DIE AUF ETWAS BEDEUTENDES HINZUWEISEN SCHEINEN, DIE ES ABER VIELLEICHT GAR NICHT WIRKLICH TUN,
  • GESTEN, DIE SCHWER ZU VERSTEHEN, DENNOCH HYPNOTISIEREND SIND.

Ich habe mit mehr als 40 Menschen in Heidelberg und Umgebung gearbeitet, um die Sammlung zusammen zu stellen.

ANDERE ÜBER DIE ARBEIT
Dr. Hans-Jürgen Buderer (ehem. Direktor Kunst- und Kulturgeschichte, Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim) im Ausstellungskatalog über die Arbeit:
"Hinter dem ein wenig verspielt poetischen Titel verbirgt sich eine der für Janet Grau so typischen subtil und differenziert durchdachten Aktionen, die in der Ausstellung im Kommandantenhaus auf dem Dilsberg dem Besucher in einer Medieninstallation bildnerisch gegenwärtig wird. […] Betrachtet man den Gestenkatalog, den Janet Grau entwickelt… [wird es deutlich, dass sie] die Ordnungskriterien ihrer Gestensammlung nicht aus der wissenschaftlichen Strukturierung beobachteter Gestenformen ableitet. In deutlicher Analogie zu Italo Calvino entwickelt sie einen Katalog aus der Reflexion über mögliche subjektive Bedürfnisse und Erwartungen eines imaginären Beobachters. […] Das Projekt I Think I Know What You Want to Say impliziert einen die Künstlerin immer wieder inspirierenden Grundgedanken, nämlich die Frage, ob und wie wir uns in unseren gängigen Formen der Kommunikation überhaupt verstehen."