Not the End of the World ist ein 34-minütiges Video, das Lecture Performance, Puppenspiel, Stop-Motion-Animation und Datenvisualisierung miteinander verbindet. Es entstand aus meinem Versuch, auf die Klimangst zu reagieren, ohne mich weder von der Angst noch von den Fakten abzuwenden. Ich wollte der Frage nachgehen, wie wir uns informieren können, ohne in Untergangsstimmung zu versinken, und wie wir aus der Lähmung herausfinden und zu Klarheit, Handlungsfähigkeit und Tatendrang gelangen können.
Wir sind umgeben von Klimaberichten, die sich auf Katastrophen konzentrieren: Brände, Überschwemmungen, Hitzewellen, Artensterben und Zusammenbrüche. Diese Berichte sind real, und die Trauer und Angst, die sie hervorrufen, sind es ebenfalls. Aber sie erzählen nicht die ganze Geschichte. Neben der Krise gibt es leisere und weniger sichtbare Erzählungen des Wandels: Städte werden neu gestaltet, Gesetze ändern sich, neue Technologien entstehen, die Emissionen sinken vielerorts, und Lösungen beginnen zu greifen.
Not the End of the World stützt sich auf die Forschungsarbeiten und Veröffentlichungen der Datenwissenschaftlerin Hannah Ritchie. Ihre Arbeit hinterfragt fatalistische Klimanarrative, ohne dabei die Dringlichkeit der Krise zu leugnen. Ich nutze bewusst Albernheit und eine bewusst analoge, handgemachte Bildsprache, die sich der Glätte zeitgenössischer digitaler Bilder widersetzt: handgeschriebene Schilder, handgezeichnete und handgeformte Daten, Puppen, Requisiten und Stop-Motion-Sequenzen, in denen meine Hände sichtbar bleiben, während ich die materielle Welt des Werks gestalte. Daten werden zu etwas, das gezeichnet, gehalten und bewegt werden kann – und dadurch vielleicht auch verstanden. Komplexe Umweltforschung wird greifbar, spielerisch und nah genug, um sie zu berühren.
Das ist weder „Toxic Positivity“ noch „Greenwashing“. Vielmehr ist es mein Versuch, Raum für dringenden, pragmatischen Optimismus zu schaffen: einen Optimismus, der auf Fakten, Verantwortung und der Überzeugung beruht, dass wir die Zukunft noch mitgestalten können.
Playlist
35:17
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Not the End of the World wurde am 15. Mai 2026 als zentrales Werk der Ausstellung „Nicht das Ende der Welt“ uraufgeführt, die ich für das Heidelberger Forum für Kunst. Die Ausstellung präsentierte mein Video als Teil einer Installation, die Kostüme, Requisiten, Puppen, Plakate, eine Flagge, einen aufgeblasenen Globus und weiteres Material aus der Performance umfasste und das Werk in einen Dialog mit Arbeiten von sechs weiteren Künstler*innen brachte.
Danksagung:
Diese Arbeit stützt sich auf die Forschungsarbeiten und Veröffentlichungen der Datenwissenschaftlerin Hannah Ritchie (mit freundlicher Genehmigung zitiert). Alle Grafiken und Diagramme wurden anhand von Material aus ihren Büchern und von Our World in Data. Die Fakten und Zahlen stammen von ihr – etwaige Fehlinterpretationen gehen allein auf mein Konto. Hannah Ritchie übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt dieser Arbeit.
Das Video verwendet auch Material von Boyan Slat und The Ocean Cleanup (mit freundlicher Genehmigung verwendet).
Vielen Dank an alle, die den „Skeptikern“ Gehör verschafft haben:
- Noah Bulang
- Helen Wenyu Han
- Helena Leitz
- Lucas Leitz
- Nina Schulze-Bergkamen
Und ein riesiges Dankeschön an Noah Bulang für die Aufzeichnung des Auftritts und seine regelmäßige Unterstützung.