Not the End of the World

Performance, Video und Installation, 2026

Not the End of the World ist ein 34‑minütiges Video, das Lecture‑Performance, Puppenspiel, Stop‑Motion‑Animation und Datenvisualisierung miteinander verbindet. Die Arbeit entstand aus dem Versuch, auf Klimaanxiety zu reagieren, ohne Angst oder Fakten auszublenden. Ich frage, wie wir informiert bleiben können, ohne in Untergangsstimmung zu versinken – und wie wir von Lähmung zu Klarheit, Handlungsspielraum und Handeln kommen.

Wir sind umgeben von Klimageschichten, die sich auf Katastrophen konzentrieren: Brände, Überschwemmungen, Hitzewellen, Artensterben und Zusammenbruch. Diese Geschichten sind real, und die Trauer und Angst, die sie auslösen, sind es ebenfalls. Aber sie sind nicht die ganze Geschichte. Parallel zur Krise entstehen leisere, weniger sichtbare Erzählungen des Wandels: Städte werden umgestaltet, Gesetze ändern sich, neue Technologien entstehen, Emissionen sinken vielerorts, und Lösungen beginnen zu greifen.

Not the End of the World basiert auf der Forschung und den Texten der Datenwissenschaftlerin Hannah Ritchie, deren Arbeit fatalistische Klimanarrative in Frage stellt, ohne die Dringlichkeit der Krise zu leugnen. Ich setze bewusst auf Albernheit und eine analoge, handgemachte Bildsprache, die sich der Glätte zeitgenössischer digitaler Bilder widersetzt: handgeschriebene Schilder, handgezeichnete und handgeformte Daten, Figuren, Requisiten und Stop‑Motion‑Sequenzen, in denen meine Hände sichtbar bleiben, während ich die materielle Welt des Stücks forme. Daten werden zu etwas, das man zeichnen, halten und bewegen kann – und vielleicht besser versteht. Komplexe Umweltforschung wird taktil, spielerisch und nah genug, um sie beinahe berühren zu können.

Es geht dabei weder um toxische Positivität noch um Greenwashing. Vielmehr versuche ich, Raum zu schaffen für eine dringliche, pragmatische Zuversicht: eine Zuversicht, die auf Daten, Verantwortung und dem Glauben gründet, dass wir die Zukunft noch mitgestalten können.

Playlist

2 Videos

Not the End of the World wurde am 15. Mai 2026 im Heidelberger Forum für Kunstals Hauptwerk der Ausstellung „Nicht das Ende der Welt“ gezeigt, die ich dort kuratiert habe. Die Ausstellung zeigte das Video eingebettet in eine Installation aus Kostüm, Requisiten, Puppen, Plakaten, einer Flagge, einem aufgeblasenen Globus und weiteren Materialien aus der Performance und brachte die Arbeit in einen Dialog mit Werken von sechs weiteren Künstler*innen.

Danksagung:
Diese Arbeit stützt sich auf die Forschungsarbeiten und Veröffentlichungen der Datenwissenschaftlerin Hannah Ritchie (mit freundlicher Genehmigung zitiert). Alle Grafiken und Diagramme wurden anhand von Material aus ihren Büchern und von Our World in Data. Die Fakten und Zahlen stammen von ihr, eventuelle Interpretationsfehler liegen allein bei mir. Hannah Ritchie trägt keine Verantwortung für den Inhalt dieser Arbeit.

Das Video verwendet auch Material von Boyan Slat und The Ocean Cleanup, , das mit deren Zustimmung verwendet wird.

Mein herzlicher Dank gilt allen, die den „Naysayers“ ihre Stimme geliehen haben:

  • Noah Bulang
  • Helen Wenyu Han
  • Helena Leitz
  • Lucas Leitz
  • Nina Schulze-Bergkamen

Und ein riesiges Dankeschön an Noah Bulang für die Aufzeichnung des Auftritts und seine regelmäßige Unterstützung.

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