janet grau

thereisnoplacelikehome

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Performance, 2002

Diese Performance erforscht die Grenzen und Überschneidungen zwischen öffentlich und privat, Selbstwahrnehmung und Wahrgenommenwerden. Durch die Veränderung von vertrauten Elementen werden diese Spannungen greifbar.

thereisnoplacelikehome beschäftigt sich mit Verschiebungen in Raum und Zeit, mit Medien, die das Erinnern erleichtern. Die Performance evoziert die Vorstellung von 'Heimat' als entferntem Ort oder Erinnerung und verwandelt sie in ein Sinnesbild und Medienereignis.

In thereisnoplacelikehome, eine Box im Raum ähnelt einer Fotokabine, einem Beichtstuhl oder einer Umkleidekabine und suggeriert eine vorübergehende Privatsphäre vor der Öffentlichkeit. In diesem tragbaren Schutzraum bin ich vom Publikum getrennt, das mich durch eine in die Wand eingelassene Polaroidkamera beobachten kann. Die Kamera wird von außen bedient, und ein kleiner Schlitz dient dazu, Gegenstände hin- und herzuschieben.

Die Box hat drei feste Wände, die vierte Seite ist mit einem weißen Vorhang bedeckt, durch den Licht fällt und meine Füße zu sehen sind. Der Vorhang lädt die Betrachter ein, zu entscheiden, ob sie diese Grenze respektieren oder verletzen wollen. Eine digitale Videokamera auf der Oberseite des Kastens zeigt auf einem externen Display Szenen aus dem Film Der Zauberer von Oz . Im Inneren lese ich Auszüge aus dem Drehbuch des Films auf rhythmische, mechanische Weise.

Der Aufbau ermutigt das Publikum, durch die Polaroidkamera zu schauen und ein Foto zu machen. Statt des Fotos, das sie gemacht haben, erhalten die Zuschauer jedoch eine Postkarte mit Fotos aus meiner Kindheit und Auszügen aus dem Drehbuch von Der Zauberer von Oz und eine 'persönliche' Nachricht von mir. Dieser Prozess verändert die Interaktion, vermischt öffentliche und private Räume und stellt die konventionelle Dynamik der Bilderzeugung in Frage.

Im Laufe der Performance organisiert sich das Publikum selbst, um die Kamera abwechselnd zu benutzen. Einige brechen die 'Regeln' und machen das Ereignis unvorhersehbar. In der Zwischenzeit lese ich das Drehbuch weiter und verteile Postkarten. In einem Fall schrieb ein Zuschauer eine Antwort auf die Karte und reichte sie mir in die Kabine zurück.

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Durch die Interaktion zwischen Publikum und Künstler entsteht ein einzigartiger Austausch, der die Erwartungen der Zuschauer untergräbt und einen tieferen Kommentar zu Beobachtung und Teilnahme bietet. Die Performance endet mit den Worten "FADE IN -- THE END -- FADE OUT", woraufhin ich die Box verlasse und die Performance beende.

DOROTHY
Nein. Aber es war kein Traum -- es war ein Ort. Und du -- und du -- und du -- und du warst dort.

Die Performance entstand 2002 im Rahmen des internationalen Symposiums: Performance und Bild / Performance als Bild (Christian Janecke, Konzeption und Leitung). Die Veranstaltung wurde vom Kunst Haus Dresden - Städtische Galerie für Gegenwartskunst und dem Neuen Sächsischen Kunstverein e.V. ausgerichtet. Der Tagungsband wurde als FUNDUS Band 160
Performance und Bild – Performance als Bild (Christian Janecke, Hg.).

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